Donnerstag, 21. Mai 2015

CyberMentor: Frauen begeistern Mädchen für MINT

"CyberMentor ist ein Mentoring-Programm für Mädchen in den MINT-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Wie der Name ausdrückt, erfolgt das Mentoring über eine geschützte Online-Plattform mit Mail, Chat und Forum. Angesprochen werden Schülerinnen der Klassen 6 bis 12 an weiterführenden Schulen in ganz Deutschland. Die Mädchen erhalten von ihrer persönlichen Mentorin ein Jahr lang Anregungen zu verschiedenen MINT-Aktivitäten sowie Hinweise zu Studien- und Berufswahl. Insgesamt dient die Mentorin der Schülerin als persönliches Rollenvorbild in den MINT-Fächern. Seit 2005 engagieren sich jährlich 800 Frauen bei CyberMentor für die Förderung des weiblichen Nachwuchses und dies mit Erfolg, wie die wissenschaftliche Begleitung des Projekts deutlich macht: 71% der ehemaligen Mentees wählen ein Studium oder eine Ausbildung im MINT-Bereich. Damit ist CyberMentor nach eigenen Angaben das größte Projekt dieser Art in Deutschland.

Ich bin bereits zum zweiten Mal als Mentorin bei CyberMentor aktiv. Zum einen möchte ich begabte Mädchen in meinem Fachgebiet, den Naturwissenschaften Biologie und Chemie, fördern. Zum anderen habe ich bereits in meinem ersten CyberMentor-Durchgang festgestellt, welche tollen Ergebnisse sich mit den hochmotivierten Mädchen erzielen lassen. In diesem Rahmen ist auch das Virenprojekt entstanden, von dem hier die Rede ist.
Ich hatte das Projekt mit dem Thema "Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs" vorgeschlagen, weil es von einigen Mentees im Cyberforum ausgiebig diskutiert wurde. Als zuständige Mentorin gliederte ich das Thema in Forschungsfragen, an denen wir (2 Mentorinnen und 3 Mentees) intensiv arbeiteten:

1) Sind Viren Lebewesen?
2) Wie vermehren sich Viren allgemein und speziell solche, die Gebärmutterhalskrebs auslösen?
3) Wie funktioniert eine Impfung? Was passiert dabei im Körper? Welche Risiken und Nebenwirkungen gibt es?
4) Wie sieht es speziell mit der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs aus?
5) Wo kommen diese Viren vor und wie infiziert man sich?
6) Bezahlt die gesetzliche Krankenkasse die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs?
7) Handelt es sich bei der Impfung um eine Lebend- oder eine Totimpfung?
8) Was unterscheidet eine Lebend- von einer Totimpfung?

In einem Chat wurde der Wunsch der Mentees deutlich, sich nicht nur theoretisch mit dem Thema auseinanderzusetzen. Versuche mit Viren schieden aus Sicherheitsgründen ebenso aus wie aufgrund mangelnder Laborausrüstung. In der Diskussion kam dann die Idee auf, Virenmodelle zu bauen. Die Darstellungsform sollte möglichst frei und kreativ sein. Und so entstanden drei völlig unterschiedliche Virenmodelle: es wurde gezeichnet, mit Pappmaché dreidimensional modelliert und am Computer animiert! Für die anderen 1600 Teilnehmer von CyberMentor stellten wir unsere Ergebnisse in einem Wiki zusammen."
Kompletter Artikel erschienen als:
Brausewetter, K. & Schelonke, K. (2015). Cybermentor: Frauen begeistern Mädchen für MINT. Labyrinth, 124, 20-21.

Informationen dazu unter www.cybermentor.de [9.6.2015]